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Verwaltungsvorlage (Anlage 1 Begründungstext 545_14.pdf)

                                    
                                        Anlage 1

Begründungstext zu Vorlage Nr. 545/14 – beraten am 11.11.2014
Die Verwaltung hat dem Sportausschuss am 25.09.14 mit der Vorlage „Inanspruchnahme
der Sportpauschale unter den Bedingungen des Nothaushaltsrechts“ – Vorlage Nr.
276/14 - u.a. über den deutlicher zu Tage tretenden Sanierungsstau in der Sportinfrastruktur berichtet und einen Sachstandsbericht für die nächste Ausschusssitzung angekündigt.
Die Verwaltung führt hierzu aus, dass viele städtische Objekte erhebliche technische und
bauliche Mängel aufweisen, die im Rahmen der laufenden Unterhaltung nicht mehr zu beheben bzw. zu regulieren sind. Die Gründe hierfür sind in den meisten Fällen auf das Alter
der Gebäude und Anlagen zurückzuführen.
Auch wenn in einigen der nachfolgend aufgeführten Objekte in der Vergangenheit Sanierungsmaßnahmen stattgefunden haben, handelte es sich im Wesentlichen um Teilsanierungen. Andere, für den Erhalt und den Betrieb der Sportstätten ebenfalls wesentliche und
wichtige Gebäudeteile, Anlagenbereiche und Installationsgewerke mussten hierbei oftmals aus finanziellen Gründen unberührt bleiben.
Die hier angesprochenen Gewerke haben mit annähernd 50 Jahren die zu erwartende Lebensdauer erreicht bzw. überschritten. Hinsichtlich der Ausführung entsprechen sie in den
meisten Fällen zudem auch nicht mehr dem Stand der Technik und tangieren darüber hinaus die Anforderungen an Hygiene, Sicherheit und Brandschutz. Es handelt sich hierbei
um wesentliche, für Funktion und Betrieb bedeutsame Gewerke, denen zentrale Bedeutung für die Betriebsbereitschaft der gesamten Anlage zukommt. Aufgrund des Abnutzungsgrades kann eine valide Aussage über die noch verbleibende „Lebenserwartung“
nicht mehr getroffen werden. Die Wahrscheinlichkeit eines technischen Versagens steigt
damit von Tag zu Tag an, womit Betriebsausfälle, zumindest aber erheblichen Nutzungseinschränkungen, einhergehen.
Vom Sanierungsstau sind insbesondere u. a. die großen Sonderbauten betroffen. So hat
eine kürzlich durchgeführte Sachverständigenprüfung erhebliche Mängel an den elektrischen Anlagen des Grotenburg-Stadions aufgezeigt. Die Behebung dieser Mängel wird
kurzfristig einen finanziellen Aufwand in Höhe von rd. 180.000 EUR verursachen. Für bauliche Sanierungsmaßnahmen (Erneuerung der abgängigen Kassenhäuschen, Anpassung
der Flucht- und Rettungswegekennzeichnung, Sanierung der Toilettenanlagen in der
Südtribüne und Schaffung eines behindertengerechten WC´s im Bereich der Südtribüne)
sind Kosten in Höhe von bis zu 120.000 EUR zu veranschlagen. Zudem ist zumindest mittelfristig zu entscheiden, wie mit den baurechtlich gesperrten Tribünen umzugehen ist

(Bau- und Planungskosten rd. 250.000 EUR). Ein Ersatz für die nicht mehr reparable Anzeigentafel ist hier noch nicht berücksichtigt.
Im Badezentrum Bockumsteht die von der Gesundheitsaufsicht dringlich geforderte Sanierung des Trinkwassernetzes an; der Aufwand wird sich nach einer ersten Kostenschätzung
auf rd. 145.000 EUR belaufen. Daneben steht die Erneuerung der gesamten Dachentwässerung sowie des Schmutzwasserkanals im Bereich der Umkleiden an. Daneben wird die
Erneuerung der 4 Beckenwasserfilter für die Schwimmhalle, die Sanierung der Chlorungsanlagen sowie die Erneuerung der Steuerungstechnik für das Schwimmbad dringlich. Die
hierfür anfallenden Kosten werden sich auf mindestens 450.000 EUR belaufen. In baulicher Hinsicht sind die Toilettenanlagen des Freibads abgängig. Hierfür können zz. noch
keine Kosten benannt werden.
In den Eishallen ist die Steuerung der Kälteanlage inzwischen abgängig, deren Erneuerung
zunehmend dringlicher wird. Der finanzielle Aufwand kann zz. mit rd. 180.000 EUR beziffert werden. Auch hier steht alsbald - wie im Badezentrum – die Sanierung des Trinkwassernetzes an, wofür zz. noch keine Kosten benannt werden können.
Eine kürzlich festgestellte Undichtigkeit im Dach der Glockenspitzhalle hat im Hinblick auf
das Alter der Halle und deren tragende Bauteile die Dringlichkeit einer Sanierungsplanung
deutlich werden lassen. Zwar konnte zur Behebung des aktuellen Schadens in Absprache
mit dem Statiker eine Lösung in Form einer einmaligen Ausnahme gefunden werden. Allerdings mit der Folge, dass sich für zwei Stahlfachwerksbinder alle Knotenanhängelasten
dauerhaft reduzieren. Die Kosten für die dringende Komplettsanierung des ca. 4.500 qm
großen Flachdaches sind - grob geschätzt - mit mindestens 230,-- bis 250,-- EUR/qm Dachfläche anzusetzen. Eine aussagekräftige Schätzung kann allerdings nur im Rahmen einer
Grundlagenermittlung aufgestellt werden. Hierbei müssen auch die Gewerke Blitzschutz,
Lüftung, RWA, Verglasung, Stahlbau in die Planung einbezogen werden. Die Grobkostenschätzung beläuft sich zz. auf über 1,3 Millionen EUR. Daneben sind technische Mängel
zu beheben, die sich auf die Gewerke Heizungsversorgung, Lüftung / Wärmerückgewinnung, die Trennvorhänge und die Löschwasserversorgung erstrecken. Diese Maßnahmen
werden mit über 800.000 EUR zu Buche schlagen.
Die vorstehende Auflistung macht deutlich, dass die Stadt in nächster Zeit bezüglich des
Erhalts der Sportstätteninfrastruktur vor gewaltigen Herausforderungen steht. Hinzu tritt,
dass die Gewerke sowohl im Badezentrum - aber auch in der Glockenspitzhalle - nicht abschnittsweise zu sanieren sind. In vielen Fällen werden wesentliche Teile angegliederter
baulicher bzw. technischer Einrichtungen betroffen sein.
Zwecks Ermittlung genauerer Kosten aber auch hinsichtlich der technischen Machbarkeit,
Umsetzung und der voraussichtlichen Schließungsphasen werden fundierte Sanierungskonzepte unumgänglich sein.


                                    
                                
Das Dokument stammt aus dem Ratsinformationssystem der Stadt Krefeld